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Schon wieder die Brille verlegt oder den Arzttermin verpasst? Und wie heißt noch gleich die neue Kollegin? Wie viel Vergesslichkeit noch normal ist und was dem Gedächtnis auf die Sprünge hilft.

Man vergisst Namen, findet Dinge nicht wieder oder hat am nächsten Tag schon vergessen, wer im „Tatort“ eigentlich der Mörder war. Die Gedächtnisleistung nimmt mit den Jahren etwas ab, und hin und wieder etwas zu vergessen ist völlig normal. Dennoch sollten Sie Gedächtnisprobleme abklären, wenn Sie sich Sorgen machen. Denn hinter der Vergesslichkeit kann auch eine Erkrankung stecken.

Ein Test schafft Klarheit

Der Hausarzt kann mit einfachen Tests schon einmal einschätzen, was sich hinter der Vergesslichkeit verbergen könnte. Ein solcher Test umfasst kleine Rechenaufgaben oder Konzentrationsübungen. Wenn dabei Schwierigkeiten auftreten und sich keine organischen Ursachen feststellen lassen, kann eine Gedächtnissprechstunde weiterhelfen. Sie wird in vielen Kliniken angeboten.

Depression als Ursache?

In der Gedächtnissprechstunde wird geklärt, welche Beschwerden wann auftreten. Danach kann der Arzt einschätzen, ob es Auffälligkeiten gibt und ob weitere Untersuchungen notwendig sind. Manchmal wird dabei auch eine Depression erkannt, die ebenfalls Ursache von Vergesslichkeit sein kann.

Eine Demenz als Ursache der Vergesslichkeit tritt dagegen in der Regel erst ab dem 50. Lebensjahr auf. Sie lässt sich mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomografie (MRT) oder der Computertomografie (CT) sicher diagnostizieren.

Dement oder vergesslich?

Eine genaue ärztliche Untersuchung zeigt, ob es eine Demenz oder normale Gedächtnisprobleme sind. Die folgenden Symptome geben einen ersten Hinweis:

Altersvergesslichkeit: 

– Gedächtnisstörung nur zeitweise

– geringfügige Steigerung innerhalb Monaten bis Jahren

– gelegentliches Vergessen oder Verlegen unwichtiger Dinge

– Gesuchtes wird rasch gefunden, befindet sich an üblichen Plätzen

– Vergessen nur von Teilen und Einzelheiten von Erlebnissen

– häufig Erinnerung nach Konzentration und intensivem Nachdenken

– Empfehlungen und Anweisungen werden verstanden und befolgt, Fragen klar beantwortet 

Alzheimer-Demenz:

– Gedächtnisstörung permanent

– deutliche Steigerung innerhalb von Monaten bis Jahren

– häufiges Vergessen Verlegen wichtiger Dinge

– Gesuchtes wird nur mit Mühe wiedergefunden und befindet sich an unüblichen Plätzen

– Vergessen von biografisch wichtigen Ereignissen oder Gedächtnisinhalten

– Erinnerung taucht auch bei Konzentration und intensivem Nachdenken nicht auf

– Empfehlungen und Anweisungen können nur schwer oder gar nicht umgesetzt und befolgt werden

– häufig zusätzliche Beeinträchtigung anderer geistiger Fähigkeiten wie Denk- und Urteilsvermögen, Orientierung, Benennen, Aufmerksamkeit, Handlungsplanung

Ein Selbsttest im Internet hilft, die Gedächtnisprobleme einzuschätzen.

Auch Jüngere betroffen

Bei jüngeren Menschen können ständig hoher Leistungsdruck, Schlafmangel, psychische Belastungen, Beziehungsprobleme oder Zeitdruck zu einem schlechteren Gedächtnis führen. Lassen die Belastungen nach, dann kann die ursprüngliche Leistung wieder erreicht werden.

Medikamente als Ursache

Zu hohe Dosierungen oder zu langer Einsatz bestimmter Medikamente können ebenfalls Gedächtnisstörungen hervorrufen. Dazu zählen Schlaf-, Schmerz- und Beruhigungsmittel, aber auch Entwässerungstabletten oder blutdrucksenkende Tabletten. Der Arzt kann die Dosis überprüfen und gegebenenfalls angepassen. Häufig nicht umkehrbar sind dagegen Gedächtnisstörungen aufgrund von Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Besserung oft möglich

Es gibt viele verschiedene Formen von Demenz, von denen viele behandelbar sind. Bei einer vaskulären Demenz, die auf einer Gefäßerkrankung beruht, reicht es oft schon, den Blutzucker oder den Blutdruck richtig einzustellen. Auch eine Unterfunkion der Schilddrüse kommt als Ursache in Betracht. Wird sie behandelt, lassen auch die Gedächtnisprobleme nach.

Training fürs Gedächtnis

Das Gehirn will – ähnlich wie ein Muskel – gefordert werden, um fit zu bleiben. Die folgenden Tipps helfen dabei:

Sauerstoff

Bewegung regt die Durchblutung an und verbessert so auch die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Gehen Sie regelmäßig Walken, Radfahren oder Spazieren. Beim Tanzen und Yoga ist außerdem Koordination gefragt, die das Gehirn trainiert.

Vitalstoffe

Unser Gehirn braucht fürs Denken eine Menge Energie und Vitalstoffe, die es am besten aus Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse gewinnt. Die Nervenzellen brauchen zudem gesunde Fette aus Pflanzenölen wie Leinöl, Olivenöl und Nüssen. Fetter Seefisch enthält außerdem wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Flüssigkeit

Flüssigkeitsmangel kann das Gedächtnis schnell beeinträchtigen. Achten Sie darauf, täglich eineinhalb bis zwei Liter zu trinken, am besten Wasser, Tee oder stark verdünnte Saftschorle.

Pausen

Das Gehirn will gefordert werden, braucht aber auch regelmäßige Ruhepausen, denn ständiger Stress ist Gift für die Nervenzellen. Das Gehirn kann etwa 90 Minuten lang volle Leistung erbringen, doch dann ist eine Ruhepause wichtig, um neue Energie zu tanken.

Konzentration

Viele Dinge auf einmal zu machen schwächt die Konzentration. Besser als Multitasking ist es, sich bewusst auf eine Sache zu konzentrieren und die Dinge nacheinander zu erledigen. So vermeiden Sie auch Stress und es schleichen sich weniger Fehler ein.

Regeneration

Im Schlaf werden die Erlebnisse des Tages verarbeitet, geordnet und gespeichert. Dabei entstehen neue Nervenverknüpfungen und Unwichtiges wird gelöscht. Wahrscheinlich werden bei den Aufräumarbeiten auch potenziell schädliche Eiweiße aus dem Gehirn transportiert. Je nach Bedürfnis sollten es etwa 7 bis 8 Stunden Nachtschlaf sein.

Abwechselung

Gewohnheiten erleichtern den Alltag, doch damit das Gehirn auf Trab bleibt, sollten Sie ab und zu für Abwechslung sorgen. Probieren Sie ein neues Hobby aus, und besuchen Sie zum Beispiel einen neuen Kurs im Sportverein oder verändern Sie ein paar Dinge in der Wohnung.

Kontakte

Verbringen Sie Zeit mit Freunden, Familie oder Nachbarn oder bleiben Sie per Telefon oder Videokonferenz in Verbindung. Soziale Kontakte spielen eine wichtige Rolle für die geistige Fitness, denn dabei muss sich das Gehirn mit anderen Meinungen und Gedanken auseinandersetzen und bleibt flexibel. Verbundenheit mit Menschen tut außerdem der Seele gut.

Unterstützung aus der Apotheke

Pflanzliche Wirkstoffe und Vitalstoffe fördern die Durchblutung oder unterstützen die Nervenzellen und können so dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen:

Ginkgo

Die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe von Ginkgo wurde in pharmazeutischen Studien nachgewiesen. Ginkgo fördert die Fließfähigkeit des Blutes und die Durchblutung des Gehirns, sodass mehr Sauerstoff bis in die kleinsten Gefäße kommt. Ginkgo sollte über mindestens 8 Wochen eingenommen werden.

B-Vitamine

B-Vitamine, vor allem B1, B2, B6, B12, Biotin und Folsäure, ergänzen sich, wenn es darum geht, das Nervensystem zu unterstützen. Sie helfen schnell bei mentaler Erschöpfung und Konzentrationsschwäche. In Ihrer Apotheke gibt es auch Präparate, die laktose-, glutenfrei und vegan sind.

Gezielte Übungen

Denkaufgaben oder Denktraining trainieren die verschiedenen Gehirnleistungen wie Konzentration, Merkfähigkeit oder logisches Denken. Die kostenlosen Magazine aus Ihrer Apotheke enthalten meist auch verschiedene Rätsel zum Knobeln.

Dietmar Frey,

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